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Ensebach-Our

Ensebach und Our entspringen in Belgien nahe der Staatsgrenze bei Losheimergraben und fließen zunächst durch bewaldetes Gelände in südliche Richtung. Auf Höhe der Ortschaft Hüllscheid, wo die Bachläufe zusammenfließen, ändert sich das Landschaftsbild: Ensebach und Our treten aus der "Waldlandschaft" heraus in eine offene, ausgesprochen hügelige "Kulturlandschaft" ein.

Zwar hat die Zerstörung wertvoller naturnaher Räume auch vor diesem Gebiet nicht haltgemacht - auch hier wurden Feuchtwiesen dräniert, Bäche begradigt und Nadelholzkulturen teils bis an den unmittelbaren Rand der Bachläufe gepflanzt - doch in den letzten Jahren überwiegen wieder die positiven Entwicklungen: Seitens der BNVS wurden in den Tälern von Ensebach und Our größere Bach- und Auenbereiche erworben, die nun unter Schutz gestellt werden. Zahlreiche Fichtenbestände wurden bereits aus den Talwiesen entfernt, so dass eine flächendeckende extensive Weidennutzung nun wieder denkbar ist.

Deren positive Auswirkung wurde auf kleineren Flächen bereits eindrucksvoll dokumentiert. Auf Talwiesen, die in den letzten Jahrzehnten brach lagen, nahm der Artenreichtum durch die wieder eingeführte extensive Beweidung innerhalb kürzester Zeit deutlich zu. Arten wie die Knabenkrautorchidee, der Bärwurz, die Bergflockenblume, die Teufelskralle, der Klappertopf, der Seidelbast, der Waldstorchschnabel Schlangenknöterich und das Waldläusekraut profitieren offensichtlich von der extensiven Beweidung.

Das Obere Ourtal ist auch eine der besten Ecken für die Beobachtung des seltenen Schwarzstorchs im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Ein Storchenpaar, das jenseits der Grenze in einem abgelegenen Laubwaldgebiet im nördlichen Rheinland-Pfalz brütet, geht regelmäßig an Ensebach und Our auf Nahrungssuche.

Ab Hüllscheid fallen an den Hängen der Our immer wieder mehr oder weniger ungenutzte Hangflächen ins Auge, die vor allem im Bereich der Ortschaften Hüllscheid, Berterath und Manderfeld von dichtem Ginstergestrüpp, Dornhecken und lichten Eichenwäldern bewachsen sind. Hier brüten Sperber, Turmfalke und Rotmilan. Neuntöter, Goldammern, Gimpel und Distelfinken finden hier ihren Lebensraum.

Nicht nur die Talhänge selbst, sondern auch der Höhenrücken östlich des Ourtals, der von Losheimergraben ausgehend bis Kehr und "Schartenknopf" die deutsch-belgische Grenze bildet, gelten als bekannte Vogelzugsschneise. Schwärme von Lerchen, Drosseln und Piepern ziehen hier im Herbst durch oder verweilen auf den Äckern oder in den letzten Reliktflächen mit naturnaher Heidelandschaft am Schartenknopf.

Verwalter des Gebietes :
José Breuer
jose.breuer@skynet.be  
+32 478 24 93 03

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